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Totalisator Wetten – Alles über Totowetten

Die Totalisator Wette wird auch Pari Mutuel Wette genannt. Dabei handelt es sich um eine Wettform, die sich hinsichtlich der Form des Angebots deutlich von den sonst üblichen Wetten bei einem Buchmacher unterscheidet.

Totalisator Wetten sind ausschließlich Renn- und Pferdezuchtvereinen vorbehalten. Ein Teil der Einnahmen fließt in gemeinnützige Zwecke.

Die Pari-Mutuel Wette ist an Pferde-Rennbahnen gebunden, wobei der Veranstalter des Rennens nicht als Partei auftritt, sondern er ist der Verwalter eines Wettpools.

In diesem Pool zahlen mehrere Parteien ein. Dadurch ist die genaue Gewinnhöhe bei Abgabe des Tipps unbekannt.

Erst nach Annahmeschluss steht der Rechenweg fest. Daher sind die Wettquoten bei Tippabgabe variabel. Der folgende Ratgeber gibt einen Einblick, wie eine Totalisator Wette funktioniert und zeigt anhand von Rechenbeispielen, wie die Quoten entstehen.

Die besten Sportwetten Anbieter, unter anderem auch Totalisator Wetten im Angebot haben, findest du hier.Besten Buchmacher

Totalisator Wetten: was ist das?

In Deutschland gibt es zwei Möglichkeiten, um auf Pferderennen zu wetten:

  • Tippen bei einem Buchmacher und gegen den Buchmacher
  • Wetten nach dem Totalisator Prinzip auf einer Rennbahn

Dieser Ratgeber widmet sich allerdings alleine den Totalisator Wetten. Im Unterschied zu unserem ersten Beispiel trittst du dabei nicht gegen den Buchmacher an, sondern gegen viele andere Wetter.

Nur mit den Wetteinsätzen der Kunden ist es überhaupt möglich, dass ein Pferderennen ausgetragen werden kann. Ein bestimmter Anteil der Wetteinsätze geht an den Veranstalter des Rennens. Mit den Einnahmen werden die Rennen finanziert.

Der größte Unterschied ist bei einer Totalisator Wette, dass die Wettquoten beim Abschluss der Wette nicht bekannt sind. Das ist bei einer Wette bei einem Online Buchmacher oder einem Wettshop vollkommen anders.

Aus dem Grund ist es bei einer Totalisator Wette nicht möglich schon im Vorfeld auszurechnen, welcher Gewinn anfallen wird. Mit der Eventual-Quote gibt es lediglich einen Richtwert.

Pari-Mutuel Wetten: so erfolgt die Berechnung

Für die Berechnung der Wettquote werden sämtliche Wetteinsätze des Rennens zusammengezählt. Von diesem Ergebnis wird ein Anteil abgezogen, um die Kosten des Veranstalters zu decken, aber auch für die Steuern.

Die Differenz dazu wird an die unterschiedlichen Teilnehmer aufgeteilt und ausgezahlt. Die Auszahlungsquote liegt durchschnittlich bei etwa 75 Prozent. Damit liegt sie natürlich deutlich unter dem Satz, der sonst bei einem online Wettanbieter üblich ist.

Hier gilt etwas Ähnliches, wie bei den Quoten bei einem online Sportwetten Anbieter: je risikoreicher die Wette, desto geringer die Chance auf Gewinn, dafür wird die besonders risikoreiche Wette aber mit einem von der Höhe her sehr hohen Gewinn belohnt.

Totalisator Wetten – das Prinzip an einem Praxisbeispiel

Der Tipper kann bei einer Totalisator Wette seinen Wetteinsatz frei wählen. Außerdem kann er bestimmen, worauf er setzen möchte.

Der Unterschied zu einer Buchmacherwette liegt darin, dass die Gewinne aus einem Pool ausgezahlt werden, der erst bei Annahmeschluss feststeht. Jeder Teilnehmer, der mit seiner Wette richtig lag, erhält abhängig von seinem Wetteinsatz den Anteil.

Das möchten wir ein einem Praxisbeispiel näher erläutern:

Zwei Teilnehmer haben darauf getippt, dass das Pferd „Blitz“ als Erstes durch die Ziellinie läuft.

Während Teilnehmer A einen Wetteinsatz in Höhe von zehn Euro getätigt hat, hat der andere Teilnehmer B einen Einsatz von 20 € platziert. Das bedeutet, dass der Teilnehmer A ein Drittel erhält und Teilnehmer B zwei Drittel.

Würde sich nun in dem Pool ein Betrag von 45 € befinden, dann würde Teilnehmer A für seine Wette 15 € erhalten und Teilnehmer B 30 €. Rein rechnerisch ergibt dies einer Auszahlungsquote von 1,5.

Somit errechnet sich die Quote bei einer Totalisator Wette aus der in dem Wett Pool befindlichen Betrag und aus dem Wetteinsatz, der auf das Eintreffen des Ergebnisses getippt wurde. Mit jeder Einzahlung ändert sich die Auszahlungsquote, denn es handelt sich hierbei um eine Variabel Quote.

Damit für den Tipper allerdings eine gewisse Transparenz vorhanden ist, die ihm hilft, seine Entscheidung zu treffen, werden teilweise sogenannte Eventual Quoten veröffentlicht. Diese ändern sich allerdings mit jeder weiteren Einzahlung und somit mit jedem Wetteinsatz. Auf diese Quote hat der Tipper keinen rechtlichen Anspruch, vielmehr steht die Quote erst dann fest, wenn das Rennen abgerechnet wurde.

Die Geschichte der Totalisator Wetten

Die Totalisator Wetten waren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als Pari-Mutuel Wetten bekannt. Das ist französisch und bedeutet so viel wie untereinander wetten.

Auch damals gab es Eventualquoten, nur dass diese auf einer Schiefertafel mit Kreide festgehalten und aktualisiert wurden. Da dies ein recht aufwendiger Prozess war, kamen im 19. Jahrhundert die ersten Anzeigetafeln mit Rechenmaschinen auf.

Heute erfolgt die Veröffentlichung der Eventualquoten auf dem Totalisator. Damit sollte nicht nur die Veröffentlichung der Quoten beschleunigt werden, sondern den Spielern sollte damit ein besseres Gefühl von Sicherheit vermittelt werden.

Eine der ersten mechanischen Totalisator Maschinen war diejenige, die George Julius entwickelt hatte und im Jahr 1913 das erste Mal in Neuseeland auf dem Ellerslie Race Course zum Einsatz kam.

Heute wird der Begriff Totalisator für eine große Bandbreite benutzt. Damit wird zum einen die Wettform beschrieben, aber auch das Verfahren, wie die Gewinne verteilt werden. Die Maschine, die die Quoten errechnet, wird ebenfalls Totalisator genannt.

Totalisator Wetten beim Buchmacher, in einem Wettpool und einer Wettbörse

Wetten beim Buchmacher

Bei einer Wette beim Buchmacher müssen immer zwei Wettparteien vorhanden sein: der Sportwetten Anbieter und sein Kunde.

Außerdem gibt es Wettbedingungen, die ganz genau regeln, wer welche Leistung zu erbringen hat. Dazu gehört auch, dass der Buchmacher eine bindende Wettquote festlegt.

Der Tipper selber kann frei entscheiden, in welcher Höhe sein Wetteinsatz liegt (natürlich sind entsprechende Limits zu berücksichtigen). Der Gewinn errechnet sich dabei folgendermaßen:

Wetteinsatz x Wettquote = Gewinn

Die Wettquote steht von Anbeginn an verbindlich fest, sodass derjenige, der eine Wette platziert, bereits bei Abgabe seines Tipps genau weiß, wie hoch sein potenzieller Gewinn ausfällt.

Wetten im Pool

Eine weitere Möglichkeit, eine Wette abzugeben, ist ein Wettpool. Hierbei zahlt der Tipper in einen Pool ein und wettet dabei gegen nicht eine einzelne Person, sondern gegen all diejenigen, die ebenfalls in den Wettpool eingezahlt haben.

Im Unterschied zu den Buchmacher Wetten sind hier verschiedene Ergebnisse auf ein Wettereignis zu finden. Das kann zum Beispiel der Sieg von einem bestimmten Pferd in einem Rennen sein. Dieses Ergebnis kann von mehreren Parteien gleichzeitig platziert werden.

Die Abrechnung und Verwaltung des Pools übernimmt ein professioneller Anbieter. Es gibt aber noch einige weitere Wettsysteme, wie zum Beispiel die Calcutta Auktion, die ebenfalls wie die Totalisator Wette eine sehr bekannte Pool Wette ist.

Wettbörsen

Die dritte Möglichkeit ist die Wettbörse. Hier existiert ein Wettgeschäft zwischen zwei Personen, die allerdings im Unterschied zu der Buchmacherwette sich zunächst einmal über die Wettbedingungen einigen müssen.

Dabei werden mehrere Parteien vermittelt, die bereit sind, gegen ein anderes Ereignis zu tippen und dieselben Vorstellungen vom Ereignis haben. In diesem Fall steht die Wettquote ebenfalls fest.

Im Unterschied zu der Buchmacherwette, bei der der Sportwetten Anbieter eine der Wettparteien ist, ist bei einer Wettbörse das Unternehmen lediglich Treuhändler und Vermittler.

Diese Arten an Totalisator Wetten gibt es

Totalisator Wetten gibt es heute nicht nur am Platz des Rennens, sondern du kannst solch eine Wette auch in einem Wettbüro abschließen. In einem Wettshop agiert der Unternehmer allerdings nicht als Buchmacher, sondern als Veranstalter bzw. Vermittler der Wette.

Das wird auch Totalisateur genannt, er ist nicht der Wettgegner, sondern ein Vermittler. Dabei gibt es zahlreiche unterschiedliche Wettarten, von denen wir zwei nachfolgend einmal näher erläutern.

Siegwetten als Totalisator Wetten

Die Siegwette ist die einfachste Totalisator Wette. Hierbei errechnet sich die Quote auf die Summe aller Einsätze auf das Pferd, das als Erstes durchs Ziel läuft. Abgezogen werden Kosten und Steuern (Take Out).

Rechenbeispiel: auf das siegreiche Pferd Blitz wurden insgesamt 4000 € gesetzt. Auf alle Starter im Rennen erfolgte ein Einsatz von 12.000 €. Dieser Betrag wird Gross Pool genannt.

Für die Berechnung wird er um das Take Out gemindert, dass durchschnittlich etwa 1/6 beträgt. An die Gewinner wird dadurch ein Betrag in Höhe von etwa 10.000 € ausgeschüttet. Das bedeutet, dass die Auszahlungsquote 83,3 % bzw. 5/6 beträgt.

Die Gewinnquote errechnet sich aus 10.000 € ./. 4000 € = 2,5. Sehr häufig wird eine Quote noch um das sogenannte Breakage auf 1/20 abgerundet. Bei einem Wetteinsatz in Höhe von zehn Euro bedeutet dies die folgende Auszahlung:

10 € x 2,5 = 25 €

Abzüglich des Wetteinsatzes gibt es somit einen Reingewinn in Höhe von 15 €. Die Quote steht erst nach Abschluss sämtlicher Wetten fest und nicht zu Beginn. Dies ist auch großer Unterschied und die Besonderheit einer Totalisator Wette.

Platzwetten als Totalisator Wetten

Eine Platzwette bedeutet, dass zum Beispiel auf die ersten drei platzierten Pferde getippt wird. Die Einsätze lauten auf Pferd A 4000 €, auf Pferd B 1000 € und auf Pferd C 1600 €.

Auf alle anderen Starter wurden insgesamt 12.000 € gesetzt. Auch dieser Betrag wird wieder um den Take Out vermindert, wodurch 10.000 € verbleiben, die an die Gewinne ausgeschüttet werden. Von diesem Betrag wird der Einsatz in Höhe von 7600 € abgezogen.

Es verbleiben 2400 €, die zu jeweils 800 € auf die drei Pools aufgeteilt werden. Dadurch beträgt die netto Quote für Pferd A:

800 ./. 4000 = 0,2

Die Bruttoquote erhältst du, wenn du 1 dazu addierst. Daher beträgt sie 1,20.

Wenn du zum Beispiel auf das siegreiche Pferd A zehn Euro gesetzt hast, erhältst du zwölf Euro zurück. Dein Reingewinn beträgt zwei Euro.

Genauso errechnen sich auch die Platzquoten für die Pferde B und C, sie betragen 1,4 und 1,5.

Die Höhe der Platzquote ist davon abhängig, welche Pferde die weiteren Ränge belegen. Am höchsten ist die Quote, wenn die folgenden Ränge von Außenseitern belegt sind. Befinden sich jedoch an der Spitze ausschließlich Favoriten, so gibt es eine niedrige Quote.

Dadurch kann es passieren, wenn viele vom Publikum favorisierten Pferde auf den obersten Plätzen zu finden sind, dass die Summe der Einsätze den Pool übertrifft. In solch einem Fall wird von einem Minus Pool gesprochen und es ergibt sich eine Quote, die unterhalb von 1,0 liegt.

Dadurch würde ein Wett Teilnehmer Verlust machen, wenn er richtig liegt mit seiner Einschätzung. Demnach erhält er noch nicht einmal seinen Wetteinsatz zurück.

In solche Fälle streckt oft der Veranstalter die Quote vor und legt sie auf 1,05 fest. So ist zumindest ein kleiner Gewinn möglich.

Fazit: große Unterschiede zwischen Buchmacher

Die Totalisator Wette hat einige erhebliche Unterschiede im Vergleich zu der Buchmacherwette. Der wichtigste Unterschied ist die Tatsache, dass die Quote bei einer Totalisator Wette nicht mit Wetteinsatz feststeht.

Stattdessen gibt es eine Eventualquote, die nur eine ungefähre Einschätzung zulässt. Denn erst dann, wenn sämtliche Wetten platziert sind, ist eine genaue Berechnung möglich.

Ein weiterer Unterschied ist es, dass der Tipper nicht wie üblich gegen den Buchmacher antritt, sondern stattdessen gegen alle anderen, die ebenfalls einen Wetteinsatz platziert haben. In diesem Fall tritt der Veranstalter des Rennens als Vermittler der Wette auf.

Die Berechnung der Quoten ist etwas komplizierter, auch ist der Auszahlungsschlüssel nicht so attraktiv wie bei einer Buchmacherwette, denn dieser liegt bei etwa 75 %.