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Sportwettengesetze in Deutschland, Österreich, und die Schweiz

Fast jeder, der schon einmal im Internet eine Sportwette abgegeben hat, fragt sich, ob das überhaupt legal ist. Fakt ist, dass Tag für Tag in Deutschland, Österreich und der Schweiz online Sportwetten abgeschlossen werden. Somit funktioniert es und der Markt ist ebenfalls vorhanden. Wenn es um Sportwetten geht, sind die Sportwetten Gesetze von Land zu Land unterschiedlich. Was zum Beispiel in Österreich legal ist, muss in Deutschland und in der Schweiz nicht genauso sein.

In Deutschland soll in 2021 ein neues Glücksspielgesetz im Kraft treten. Die Gesetzte sind bereits in Oktober 2020 auf eine Übergangsphase gegangen.

Anders sieht es auch in der Schweiz und in Österreich aus. Diese beiden Länder haben unterschiedliche Gesetze, wenn es um die Legalität von Sportwetten geht.

Wir schildern im Anschluss, welche Gesetze es jeweils gibt und bringen Licht ins Dunkle.

Neues Deutsches Sportwetten Gesetz 2021

Bislang laufen Sportwetten in einer Art Grauzone ab. Im Jahr 2011 wurde der letzte Glücksspielstaatsvertrag von allen 16 Bundesländern abgesegnet. Dieser brachte einige Neuerungen mit sich, wie zum Beispiel die Einführung der Sportwetten Steuer in Höhe von 5 % auf alle Einsätze. Der Markt hatte sich mit dieser Gesetzesänderung für Privatunternehmen geöffnet, denn der alte Vertrag aus dem Jahr 2008 erlaubte das Tippen nur bei dem deutschen Monopolisten Oddset.

Lizenzen aus Darmstadt

Nun soll ein neues Sportwetten Gesetz in 2021 in Kraft treten. Geregelt ist darin unter anderem, dass einige Anbieter eine offizielle Lizenz erhalten. Im Oktober hat das Regierungspräsidium in Darmstadt 15 Sportwetten Anbietern Lizenzen erteilt. Das Innenministerium hat verkündet: „Ab sofort können diese Dienstleister ihre Wetten – je nach Antrag – bundesweit online und/oder über sogenannte terrestrische Annahmestellen anbieten.“ Zu den Wettanbietern mit offizieller deutscher Lizenz gehören:

BetVictor nahm das zum Anlass, um zusammen mit der Tageszeitschrift Bild den neuen Wettanbieter BildBet ins Leben zu rufen. Doch noch weitere Änderungen sind im aktuellen Entwurf, der im Juli 2021 voraussichtlich gültig sein wird, enthalten. Dabei wurden einige Änderungen verabschiedet, die den einen oder anderen Tipper ärgern wird.

Manche Anbeiter verlassen den deutschen Markt

Einige Wettanbieter nahmen das neue Sportwetten Gesetz 2021 zum Anlass, um sich vom deutschen Wettgeschäft zurückzuziehen. So können sich zum Beispiel deutsche Tipper nicht bei Mr Green oder Red Bet registrieren. Schließlich drohen beim Nichtbeachten vom neuen Sportwetten Gesetz 2021 schmerzhafte Geldbußen bis zu einem Betrag von 500.000 €. Ein weiteres Problem ist die starke Limitierung auf lediglich 20 Lizenzen, sodass viele Wettanbieter davon ausgehen, nicht in den Genuss solch einer Genehmigung zukommen.

Neue Regeln seit Oktober 2020

Zum 15. Oktober 2020 trat dann eine Übergangsregel in Kraft. Einige der neuen Maßnahmen müssen zu diesem Zeitpunkt bereits umgesetzt werden. Nur wer diese Regeln einhält, kommt in Genuss einer deutschen Sportwetten Lizenz. Halten sich Buchmacher nicht daran, dann wird dies Ihnen negativ als Unzuverlässigkeit ausgelegt und dadurch werden diese Anbieter vermutlich leer bei der Vergabe der neuen Lizenzen ausgehen.

Einige Buchmacher haben ihre Webadresse geändert für deutsche Kunden. Das bedeutet, dass du auf einem anderen Spieleportal spielen wirst wie der Rest der weltweiten Kundschaft. Diese Extraseite ist dann speziell für den deutschen Markt optimiert und hält die neuen Gesetze und Regeln ein. So hat zum Beispiel bwin, der bislang über bwin.com erreichbar war, eine neue Webadresse mit bwin.de.

Limitierung der Einzahlung auf 1000 €
Im Sportwetten Gesetz 2021 ist eine monatliche Limitierung bezüglich der Einzahlung in Höhe von 1000 € beschlossen worden. Das bedeutet, dass du nur bis zu diesem Betrag einzahlen kannst. Dabei handelt es sich bereits um eine Änderung, denn im ersten Vorschlag sollte der Umsatz auf 1000 € beschränkt werden. Ursprünglich war dies bereits im Glücksspielstaatsvertrag im Jahr 2012 angedacht, allerdings hat hier der europäische Gerichtshof ein Veto eingelegt, dadurch wurde diese Einhaltung auch nie überprüft. Aktuell wird überlegt, ob es möglich sein wird dieses Limit mit einem Einkommensnachweis aufzustocken. Wer dann mehr verdient, kann auch mehr einzahlen.
Verifizierung
Schon jetzt müssen sich Tippfreunde, die sich bei einem neuen online Buchmacher anmelden, verifizieren. Dabei wird unter anderem auch geprüft, ob der Kunde tatsächlich 18 Jahre alt ist. Mit dem neuen Sportwetten Gesetz 2021 wird diese Verifizierung künftig strenger. Das bedeutet, dass mehr Dokumente eingereicht werden müssen. So muss zum Beispiel der Name des Einzahlenden oder der Name, auf dem das Zahlungsmittel läuft, mit dem Namen des Kontoinhabers übereinstimmen. Außerdem können Einzahlungen mit der Paysafecard nicht mehr anonym durchgeführt werden. Wer weiterhin mit der Paysafecard zahlen möchte, muss dort ein Konto eröffnen und sich einmalig registrieren.
Offizielle Sportwetten Lizenzen
Ein Vorteil des neuen Sportwetten Gesetzes 2021 ist, dass aufgrund der Lockerung nun auch offizielle deutsche Lizenzen für private Anbieter vergeben werden. Die ersten wurden bereits verteilt.
Verbot bestimmter Wettarten
Ereigniswetten sollen künftig nicht mehr möglich sein. Im Livewettenbereich soll unter anderem die beliebteste Wettart Über / Unter Wette verboten werden. Außerdem ist es künftig nicht mehr möglich auf eintretende Ereignisse zu tippen, wie zum Beispiel wann das erste Tor fällt. Ebenfalls nicht mehr möglich sind auch Wetten auf die Politik und auf die Gesellschaft. Wer als Buchmacher bislang eSports Wetten angeboten hat, muss diese ebenfalls aus dem Programm nehmen.
Sperrdatei
Wenn du dich bei einem Buchmacher sperren lässt, zum Beispiel, weil du Probleme mit der Spielsucht hast, wird eine sogenannte Sperrdatei angelegt, auf die dann künftig auch andere Wettanbieter Zugriff haben sollen. Das bedeutet, dass du, wenn du dich bei einem Buchmacher sperren lässt, auch bei keinem anderen Buchmacher einen Wettschein ausfüllen kannst.
Panikknopf
Wer eine Auszeit vom Tippvergnügen nehmen möchte, muss künftig nur noch einen bestimmten Button anklicken, um dann bei sämtlichen Wettanbietern gesperrt zu sein. Auch hierfür ist eine Vernetzung erforderlich. Die Sperre ist dann für 24 Stunden gültig.
Einschränkung oder Verbot von Livewetten
Geplant ist es ebenfalls, Livewetten künftig zu verhindern. Ob dies nun wirklich soweit kommt, ist bislang noch nicht klar.
Vernetzung
Das Spielverhalten der Spieler soll künftig zentral überwacht werden. Hierfür ist es erforderlich, dass die Buchmacher miteinander vernetzt werden. Aufgezeichnet werden dann nicht nur die abgegebenen Wetten, sondern auch alle Login Daten. An der Software für die Abfrage zum Spielerstatus wird aktuell gearbeitet. Sobald diese fertig gestellt wird, müssen Wettanbieter ein umfangreiches System besitzen, um sperren zu können oder um die Spielsucht frühzeitig erkennen zu können. Dazu gehört unter anderem, dass es künftig nicht mehr möglich sein wird, sich bei mehreren Buchmachern gleichzeitig einzuloggen.

Sportwettengesetze in Österreich im Überblick

In Österreich werden Sportwetten ganz anders gehandhabt als in Deutschland. Denn dort zählt laut Gesetz das Tippen auf Sport nicht zum Glücksspiel. In Österreich existiert ein ähnliches Problem wie in Deutschland: die einzelnen Bundesländer können einzelne Wettbereiche beschränken.

Live-Wetten-Verbot in Vorarlberg

So gibt es zum Beispiel im Bundesland Vorarlberg das Verbot in Echtzeit zu tippen und somit Livewetten abzuschließen. Die Begründung liegt darin, dass Livewetten ähnlich wie Automatenspiele ein höheres Suchtpotenzial haben.

Außerdem lautet es in der Begründung, dass bei Livewetten oftmals Manipulationen und Geldwäsche nicht unüblich seien. Das sagen die Politiker und Kritiker. Unserer Meinung nach sind Echtzeitwetten aber genauso harmlos wie ganz normale Wetten auch. Wer als Tipper die Strategien verfolgt und recherchiert und analysiert und sich damit über die Mannschaften und die Begegnung selber informiert, unterliegt unserer Meinung nach nicht der Spielsucht.

Bislang ist es auch so, dass Vorarlberg das einzige Bundesland in Österreich ist, das Echtzeitwetten verboten hat. In allen anderen Regionen sind Livewetten immer noch erlaubt. Da das österreichische Bundesland zudem keine rechtliche Grundlage besitzt, die es ihm erlaubt, gegen Internet Wettanbieter vorzugehen, sind Tipper auf der sicheren Seite, wenn sie live eine Wette platzieren.

Vielmehr ist es in Österreich so, dass die Wettshops in den Städten immer mehr werden. Vor allem Tipico, CashPoint, die 888 Gruppe und noch viele weitere Anbieter eröffnen immer mehr Wettlokale. Diese sind sehr beliebt und erhalten einen großen Zuspruch. Schuld daran ist sicherlich auch das Verbot von Glücksspielautomaten, wodurch viele Spieler nicht mehr an einem Automaten zocken, sondern stattdessen einen Tipp auf Sport abgeben.

Sportwetten sind beliebter Zeitvertreib in Österreich

Online Glücksspiele und Sportwetten sind in Österreich sehr beliebt. Der Umsatz ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Dank modernen online Sportwetten Anbietern und Apps für das Smartphone und dem Tablet PC entschließen sich immer mehr Österreicher eine Sportwette abzugeben.

Es gibt sogar einige Sportwetten Anbieter, die ihren Geschäftssitz in Österreich haben, wie beispielsweise Tipico. Diese besitzen eine hohe Reputation und gelten als sicher und seriös. Denn auf ihrer Webseite veröffentlichen sie transparent alle Informationen, wie zum Beispiel ihre Glücksspiellizenz.

Außerdem unterstützen sie den Sport und sind bekannt als Sponsoren. Damit fördern sie die Weiterentwicklung von Sportangeboten. Hinzu kommt, dass sie mit renommierten Zahlungsdienstleistern zusammenarbeiten, wie zum Beispiel PayPal.

Sportwettengesetze in Österreich in der Zusammenfassung:
  • Sportwetten sind in Österreich legal
  • Livewetten sind in Vorarlberg verboten
  • Sportwetten gelten Österreich nicht als Glücksspiel
  • Die Anzahl der Wettshops in Österreich nimmt kontinuierlich zu

Sportwettengesetze in der Schweiz im Überblick

Noch komplizierter ist die Gesetzeslage in der Schweiz, wenn es um Sportwetten geht. Hier ist es noch unklarer als in Deutschland, dennoch lassen sich einige Parallelen zwischen den beiden Ländern feststellen.

In der Schweiz sind Sportwetten im Internet mindestens genauso beliebt wie in Deutschland. Auch hier gilt: dem Staat ist es nahezu unmöglich, seinen Bürgern zu verbieten im Internet zu wetten.

Trotzdem sind Sportwetten offiziell in der Schweiz nicht legal. Auch hier gibt es eine staatliche Lotterie, der alleine es erlaubt ist Wetten auf Sport anzubieten. Genau wie in Deutschland gibt es somit ein Monopol, nur dass das Unternehmen in diesem Fall Sporttip heißt.

Auch hier gilt, dass der Anbieter keine Chancen hat, mit dem Angebot im Internet zu konkurrieren. Denn er hat viele Nachteile.

Wer trotzdem Wettanbieter in der Schweiz online nutzt, muss sich keine Gedanken über eine Strafe o. ä. machen. Denn das Abgeben einer Wette selber ist in der Schweiz nicht verboten.

Verboten ist aber das Anbieten. Daher hat nicht der Tipper selber eventuell ein Problem, sondern der Wettanbieter. Diese Regelung beruht auf ein Gesetz, dass im Jahr 1923 verabschiedet wurde. Daraus wird klar: damals gab es noch kein Internet!

Die Schweiz ist bekannt dafür, dass sie nicht in der Lage ist, auf die Schnelle ein neues Gesetz zu verabschieden. Aus dem Grund geht das veraltete Gesetz auch nicht darauf ein, was passiert, wenn der Server, auf dem die Wett-Plattform zur Verfügung gestellt wird, sich gar nicht in der Schweiz befindet, sondern im Ausland.

Die Experten sind sich in der Schweiz darüber einig, dass gegen ein Unternehmen mit Server im Ausland nichts unternommen werden kann, das Sportwetten Schweizer Bürgern anbietet. Möglich wäre dies nur, wenn sich der Unternehmenssitz in der Schweiz befinden würde.

In der Vergangenheit gab es sogar Probleme, wenn Schweizer Sportler auf dem Trikot Werbung für einen Online Buchmacher gemacht haben. Daher wäre eine Liberalisierung auch im Sinne des Schweizer Sports. Denn solange hier keine sichere gesetzliche Regelung getroffen wird, können Schweizer Sportvereine bzw. Schweizer Sportler kaum mit einem Geldsegen von einem Online Buchmacher rechnen. Somit verlieren Schweizer Sportler eine wichtige Einnahmequelle, denn viele Vereine profitieren von einem Sponsoring von einem Onlinewettanbieter.

Aktuell wird in der Schweiz eine Lizenzierung diskutiert

In der Vergangenheit gab es diverse Diskussionen rund um das Thema online Sportwetten Anbieter in der Schweiz. So hat zum Beispiel die Regulierungsbehörde schon einmal überlegt, entsprechende Internetangebote für Schweizer zu sperren. Da aber Schweizer Sportler und Vereine, inklusive der RSL, gerne Sponsoring von Wettanbietern hätten, stößt dies auf wenig Gegenliebe. Vielmehr würde es der Schweizer Sport befürworten, wenn online Sportwetten in der Schweiz endlich legalisiert werden würde.

Bezüglich der Lizenzierung wurde auch diskutiert, dass der Staat so auf Steuereinnahmen für Sportwetten verzichten würde. Bislang war allerdings immer nur die Rede von einigen ausgewählten Buchmachern. Damit würde vermutlich ein ähnliches Problem ins Leben gerufen wie in Deutschland, denn auch diese Geschichte ist bekannt und es ist genauso bekannt, was daraus resultiert. Das Gericht wird eine Lizenzierung kippen, wenn diese ohne ein bestimmtes Auswahlverfahren stattfindet und nur einige Buchmacher davon profitieren.

Daher wurde diese Idee inzwischen auch gekippt. Eine Besonderheit ist natürlich auch, dass die Schweiz nicht zu EU gehört. Somit gilt das Dienstleistungsgesetz nicht für die Schweiz.

Ein weiteres Problem betrifft allerdings ausschließlich professionelle Tipper. Denn Sportwetten, die hobbymäßig abgegeben werden, ziehen keinerlei strafrechtliche Verfolgung nach sich, denn wenn, wird der Anbieter bestraft und nicht der Nutzer. Wer allerdings mit dem Ziel etwas zu gewinnen tippt und damit einen dauerhaften Lebensunterhalt generiert, der darf dies in der Schweiz nicht. Denn professionelle Tipper machen sich in der Schweiz strafbar. Bislang ist allerdings noch kein Fall bekannt, in dem dieses Gesetz auch tatsächlich vollzogen wurde.

Sportwettengesetze in der Schweiz in der Zusammenfassung:
  • Buchmachern ist in der Schweiz das Anbieten von Wetten verboten
  • Sportwetten dürfen nur vom staatlichen Anbieter offeriert werden
  • Professionelles Tippen für den Lebensunterhalt ist verboten

Wer zu einem lizenzierten Anbieter greift, ist auf der sicheren Seite

Für österreichische Freunde der Sportwetten ist es ganz klar: Sie dürfen ohne Sorgen auch online eine Wette abgeben.

Etwas anders sieht es bei Schweizern oder bei deutschen Wettfreunden aus. Hier ist die Gesetzeslage nicht ganz eindeutig. Doch für beide Länder gilt: wenn es Probleme geben sollte, dann ist es nicht der Tipper, der zur Rechenschaft gezogen wird, sondern der Wettanbieter.

In beiden Ländern bewegen sich Sporttipper in einer Art Grauzone. Während in Deutschland noch die Dienstleistungsfreiheit aus der EU zieht, ist dies bei den Schweizern nicht der Fall. Doch egal welches Gesetz und um welches Land es sich handelt: auf der sicheren Seite sind diejenigen, die sich für einen lizenzierten und seriösen Anbieter entscheiden.