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Sportwettengesetze in Deutschland, Österreich, und die Schweiz

Fast jeder, der schon einmal im Internet eine Sportwette abgegeben hat, fragt sich, ob das überhaupt legal ist. Auch die beliebten Suchmaschinen wie Google geben leider keinerlei Auskunft bzw. sorgen nur für noch mehr Verwirrung. Denn die unterschiedlichsten Informationen werden angeboten, diese widersprechen sich zudem. Angefangen vom Verbot, über Illegalität, der Grauzone bis zu einer offiziellen Erlaubnis ist alles zu finden.

Fakt ist, dass Tag für Tag in Deutschland, Österreich und der Schweiz online Sportwetten abgeschlossen werden. Somit funktioniert es und der Markt ist ebenfalls vorhanden.

Wenn es um Sportwetten geht, sind die Glücksspielgesetze von Land zu Land unterschiedlich. Was zum Beispiel in Österreich legal ist, muss in Deutschland und in der Schweiz nicht genauso sein.

In Deutschland gibt es zum Beispiel den Glücksspielstaatsvertrag, der 2012 geschlossen wurde und eigentlich die vorhergehenden Gesetze ablösen sollte. Doch jedes Bundesland hat eigene Gesetze.

Ähnlich sieht es auch in der Schweiz und in Österreich aus, auch diese beiden Länder haben unterschiedliche Gesetze, wenn es um die Legalität von Sportwetten geht.

Wir schildern im Anschluss, welche Gesetze es jeweils gibt und bringen Licht ins Dunkle.

Sportwettengesetze in Deutschland im Überblick

Seit dem Jahr 2012 gibt es Uneinigkeit über die Legalisierung von online Sportwetten in Deutschland. Vor einigen Jahren hat der europäische Gerichtshof Deutschland vorgegeben, eine einheitliche Regelung zu finden. Während in vielen Ländern der Glücksspielmarkt transparent und offen geregelt ist, hat sich in Deutschland immer noch nichts geändert.

Nach wie vor besitzt der staatliche Wettanbieter Oddset eine Monopolstellung. Anstatt in Regierungskreisen dies zu verhindern, wird stattdessen versucht online Anbieter das Leben schwer zu machen, in denen ihnen vorgeworfen wird, dass sie für die Spielsucht verantwortlich sind.

Eins hat sich allerdings geändert, denn in vielen deutschen Städten gibt es inzwischen Wettbüros. Und auch online konnte der Markt nicht eingeschränkt werden, denn die Anzahl der Internet Sportwetten Anbieter steigt kontinuierlich. Diese sind durchaus sicher und seriös, denn die besitzen Lizenzen aus dem Ausland. Möglich ist dies durch die Dienstleistungsfreiheit, die in einem Gesetz innerhalb der EU geregelt ist.

Lizenzvergabe in Hessen

2014 hat dann das Innenministerium in Hessen den ersten Schritt gewagt und 20 Glücksspiellizenzen vergeben. Das Problem ist allerdings, dass es deutlich über 100 verschiedene Wettanbieter gibt, die seriös sind.

Nachdem auch noch klar wurde, dass die Vergabe nicht transparent geschah, haben einige der Sportwetten Anbieter gegen die Entscheidung geklagt und die Lizenzvergabe endete daraufhin im Chaos. Mehrere Gerichte haben danach die Vergabe gekippt mit der Begründung, dass die Vergabe der Wettbewerbsfreiheit in Deutschland widerspricht.

Somit musste Hessen wieder zurückrudern und inzwischen hat das Innenministerium eingeräumt, dass es keinerlei klaren Regelungen gab, wer eine Lizenz erhielt und wer nicht. Dadurch hat sich an der Gesamtsituation in Deutschland bislang nichts geändert.

Wettsteuer ermöglicht Legalität in Deutschland

Seit 2015 sind Internetbuchmacher verpflichtet, von den Einsätzen ihrer Kunden aus Deutschland eine Wettsteuer in Höhe von 5 % an das Finanzamt abzuführen. Dies führt natürlich nach sich, dass die Frage, ob Sportwetten in Deutschland legal sind oder illegal sind, mit legal beantwortet werden muss. Denn schließlich kann der deutsche Staat nicht verlangen, dass ein Unternehmen Wettsteuer für etwas abführt, das in Deutschland strafbar und illegal ist.

Wie die Zukunft aussehen wird, ist nach wie ungewiss. Fakt ist nur: irgendetwas muss geschehen. Entweder wird die deutsche Regierung von der EU gezwungen, etwas zu unternehmen, oder Deutschland bessert selber nach und bringt entsprechende Gesetze auf dem Weg.

Zusammengefasst kann festgestellt werden, dass Sportwetten aufgrund der aktuellen EU Rechtsprechung legal sind. Denn nicht ohne Grund sind die Buchmacher im Besitz einer gültigen Glücksspiellizenz.

Jurisdiktionen

Die meisten Sportwetten Anbieter haben ihren Geschäftssitz in anderen EU-Ländern, wie zum Beispiel in Malta oder Gibraltar, besitzen auch von diesen Ländern entsprechende Lizenzen. Vor allem die Malta Gaming Authority gilt als Vorreiter und ist ein Sportwetten Anbieter mit dieser Genehmigung ausgestattet, können Spieler davon ausgehen, dass der Buchmacher sicher und seriös ist. Vor allem Malta hat besonders hohe Sicherheitsstandards, die die Buchmacher einhalten müssen, um die Lizenz zu erhalten.

Somit ist es problemlos möglich in Deutschland Sportwetten zu platzieren. Auch wenn es bislang noch keine endgültige gesetzliche Vorgabe in Deutschland gibt, ist es aufgrund der Dienstleistungsfreiheit in der EU Buchmachern mit Geschäftssitz im EU Ausland gestattet auch deutschen Kunden ihre Dienstleistungen anzubieten.

Die Lizenzen aus Schleswig-Holstein sind zwar 2020 nicht mehr gültig, zeigen aber den richtigen Weg.

Sportwettengesetze in Deutschland in der Zusammenfassung
  • Aktuell befinden sich deutsche Tipper in einer Art Grauzone
  • Aufgrund der 5 % Wettsteuer kann von Legalität ausgegangen werden
  • EU Dienstleistungsfreiheit erlaubt es Wettanbieter mit Geschäftssitz im Ausland ihre Dienstleistung auch deutschen Tippern anzubieten
  • Wichtig: Buchmacher muss im Besitz einer gültigen Glücksspiellizenz sein

Sportwettengesetze in Österreich im Überblick

In Österreich werden Sportwetten ganz anders gehandhabt als in Deutschland. Denn dort zählt laut Gesetz das Tippen auf Sport nicht zum Glücksspiel. In Österreich existiert ein ähnliches Problem wie in Deutschland: die einzelnen Bundesländer können einzelne Wettbereiche beschränken.

Live-Wetten-Verbot in Vorarlberg

So gibt es zum Beispiel im Bundesland Vorarlberg das Verbot in Echtzeit zu tippen und somit Livewetten abzuschließen. Die Begründung liegt darin, dass Livewetten ähnlich wie Automatenspiele ein höheres Suchtpotenzial haben.

Außerdem lautet es in der Begründung, dass bei Livewetten oftmals Manipulationen und Geldwäsche nicht unüblich seien. Das sagen die Politiker und Kritiker. Unserer Meinung nach sind Echtzeitwetten aber genauso harmlos wie ganz normale Wetten auch. Wer als Tipper die Strategien verfolgt und recherchiert und analysiert und sich damit über die Mannschaften und die Begegnung selber informiert, unterliegt unserer Meinung nach nicht der Spielsucht.

Bislang ist es auch so, dass Vorarlberg das einzige Bundesland in Österreich ist, das Echtzeitwetten verboten hat. In allen anderen Regionen sind Livewetten immer noch erlaubt. Da das österreichische Bundesland zudem keine rechtliche Grundlage besitzt, die es ihm erlaubt, gegen Internet Wettanbieter vorzugehen, sind Tipper auf der sicheren Seite, wenn sie live eine Wette platzieren.

Vielmehr ist es in Österreich so, dass die Wettshops in den Städten immer mehr werden. Vor allem Tipico, CashPoint, die 888 Gruppe und noch viele weitere Anbieter eröffnen immer mehr Wettlokale. Diese sind sehr beliebt und erhalten einen großen Zuspruch. Schuld daran ist sicherlich auch das Verbot von Glücksspielautomaten, wodurch viele Spieler nicht mehr an einem Automaten zocken, sondern stattdessen einen Tipp auf Sport abgeben.

Sportwetten sind beliebter Zeitvertreib in Österreich

Online Glücksspiele und Sportwetten sind in Österreich sehr beliebt. Der Umsatz ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Dank modernen online Sportwetten Anbietern und Apps für das Smartphone und dem Tablet PC entschließen sich immer mehr Österreicher eine Sportwette abzugeben.

Es gibt sogar einige Sportwetten Anbieter, die ihren Geschäftssitz in Österreich haben, wie beispielsweise Tipico. Diese besitzen eine hohe Reputation und gelten als sicher und seriös. Denn auf ihrer Webseite veröffentlichen sie transparent alle Informationen, wie zum Beispiel ihre Glücksspiellizenz.

Außerdem unterstützen sie den Sport und sind bekannt als Sponsoren. Damit fördern sie die Weiterentwicklung von Sportangeboten. Hinzu kommt, dass sie mit renommierten Zahlungsdienstleistern zusammenarbeiten, wie zum Beispiel PayPal.

Sportwettengesetze in Österreich in der Zusammenfassung:
  • Sportwetten sind in Österreich legal
  • Livewetten sind in Vorarlberg verboten
  • Sportwetten gelten Österreich nicht als Glücksspiel
  • Die Anzahl der Wettshops in Österreich nimmt kontinuierlich zu

Sportwettengesetze in der Schweiz im Überblick

Noch komplizierter ist die Gesetzeslage in der Schweiz, wenn es um Sportwetten geht. Hier ist es noch unklarer als in Deutschland, dennoch lassen sich einige Parallelen zwischen den beiden Ländern feststellen.

In der Schweiz sind Sportwetten im Internet mindestens genauso beliebt wie in Deutschland. Auch hier gilt: dem Staat ist es nahezu unmöglich, seinen Bürgern zu verbieten im Internet zu wetten.

Trotzdem sind Sportwetten offiziell in der Schweiz nicht legal. Auch hier gibt es eine staatliche Lotterie, der alleine es erlaubt ist Wetten auf Sport anzubieten. Genau wie in Deutschland gibt es somit ein Monopol, nur dass das Unternehmen in diesem Fall Sporttip heißt.

Auch hier gilt, dass der Anbieter keine Chancen hat, mit dem Angebot im Internet zu konkurrieren. Denn er hat viele Nachteile.

Wer trotzdem Wettanbieter in der Schweiz online nutzt, muss sich keine Gedanken über eine Strafe o. ä. machen. Denn das Abgeben einer Wette selber ist in der Schweiz nicht verboten.

Verboten ist aber das Anbieten. Daher hat nicht der Tipper selber eventuell ein Problem, sondern der Wettanbieter. Diese Regelung beruht auf ein Gesetz, dass im Jahr 1923 verabschiedet wurde. Daraus wird klar: damals gab es noch kein Internet!

Die Schweiz ist bekannt dafür, dass sie nicht in der Lage ist, auf die Schnelle ein neues Gesetz zu verabschieden. Aus dem Grund geht das veraltete Gesetz auch nicht darauf ein, was passiert, wenn der Server, auf dem die Wett-Plattform zur Verfügung gestellt wird, sich gar nicht in der Schweiz befindet, sondern im Ausland.

Die Experten sind sich in der Schweiz darüber einig, dass gegen ein Unternehmen mit Server im Ausland nichts unternommen werden kann, das Sportwetten Schweizer Bürgern anbietet. Möglich wäre dies nur, wenn sich der Unternehmenssitz in der Schweiz befinden würde.

In der Vergangenheit gab es sogar Probleme, wenn Schweizer Sportler auf dem Trikot Werbung für einen Online Buchmacher gemacht haben. Daher wäre eine Liberalisierung auch im Sinne des Schweizer Sports. Denn solange hier keine sichere gesetzliche Regelung getroffen wird, können Schweizer Sportvereine bzw. Schweizer Sportler kaum mit einem Geldsegen von einem Online Buchmacher rechnen. Somit verlieren Schweizer Sportler eine wichtige Einnahmequelle, denn viele Vereine profitieren von einem Sponsoring von einem Onlinewettanbieter.

Aktuell wird in der Schweiz eine Lizenzierung diskutiert

In der Vergangenheit gab es diverse Diskussionen rund um das Thema online Sportwetten Anbieter in der Schweiz. So hat zum Beispiel die Regulierungsbehörde schon einmal überlegt, entsprechende Internetangebote für Schweizer zu sperren. Da aber Schweizer Sportler und Vereine, inklusive der RSL, gerne Sponsoring von Wettanbietern hätten, stößt dies auf wenig Gegenliebe. Vielmehr würde es der Schweizer Sport befürworten, wenn online Sportwetten in der Schweiz endlich legalisiert werden würde.

Bezüglich der Lizenzierung wurde auch diskutiert, dass der Staat so auf Steuereinnahmen für Sportwetten verzichten würde. Bislang war allerdings immer nur die Rede von einigen ausgewählten Buchmachern. Damit würde vermutlich ein ähnliches Problem ins Leben gerufen wie in Deutschland, denn auch diese Geschichte ist bekannt und es ist genauso bekannt, was daraus resultiert. Das Gericht wird eine Lizenzierung kippen, wenn diese ohne ein bestimmtes Auswahlverfahren stattfindet und nur einige Buchmacher davon profitieren.

Daher wurde diese Idee inzwischen auch gekippt. Eine Besonderheit ist natürlich auch, dass die Schweiz nicht zu EU gehört. Somit gilt das Dienstleistungsgesetz nicht für die Schweiz.

Ein weiteres Problem betrifft allerdings ausschließlich professionelle Tipper. Denn Sportwetten, die hobbymäßig abgegeben werden, ziehen keinerlei strafrechtliche Verfolgung nach sich, denn wenn, wird der Anbieter bestraft und nicht der Nutzer. Wer allerdings mit dem Ziel etwas zu gewinnen tippt und damit einen dauerhaften Lebensunterhalt generiert, der darf dies in der Schweiz nicht. Denn professionelle Tipper machen sich in der Schweiz strafbar. Bislang ist allerdings noch kein Fall bekannt, in dem dieses Gesetz auch tatsächlich vollzogen wurde.

Sportwettengesetze in der Schweiz in der Zusammenfassung:
  • Buchmachern ist in der Schweiz das Anbieten von Wetten verboten
  • Sportwetten dürfen nur vom staatlichen Anbieter offeriert werden
  • Professionelles Tippen für den Lebensunterhalt ist verboten

Fazit: wer zu einem lizenzierten Anbieter greift, ist auf der sicheren Seite

Für österreichische Freunde der Sportwetten ist es ganz klar: Sie dürfen ohne Sorgen auch online eine Wette abgeben.

Etwas anders sieht es bei Schweizern oder bei deutschen Wettfreunden aus. Hier ist die Gesetzeslage nicht ganz eindeutig. Doch für beide Länder gilt: wenn es Probleme geben sollte, dann ist es nicht der Tipper, der zur Rechenschaft gezogen wird, sondern der Wettanbieter.

In beiden Ländern bewegen sich Sporttipper in einer Art Grauzone. Während in Deutschland noch die Dienstleistungsfreiheit aus der EU zieht, ist dies bei den Schweizern nicht der Fall. Doch egal welches Gesetz und um welches Land es sich handelt: auf der sicheren Seite sind diejenigen, die sich für einen lizenzierten und seriösen Anbieter entscheiden.