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Wer steckt hinter eSport Wettkämpfe?

Vom Nischensport zum Massenevent, vom Hobby zum Profitum – der eSport boomt. Fans in der ganzen Welt strömen zu den Top eSport Wettkämpfe, füllen ganze Fußballstadien und verfolgen die elektronischen Wettkämpfe millionenfach per Live-Stream.

Rund um die eSport Wettkämpfe entstand ein großer Wirtschaftszweig. Allein bis Dezember 2019 wurden Preisgelder von rund 780 Millionen US-Dollar ausgeschüttet. Sponsoren- und Ticketeinnahmen spülen viele weitere Millionen in die Kassen. Auch eSport Wetten sind bei den Fans sehr beliebt.

Kurzum: eSport ist ein Milliardenmarkt.

Dementsprechend viele Spielehersteller, Turnierveranstalter, Sponsoren und eSport Organisationen befinden sich auf dem Markt. Zur Übersicht erklären wir in diesem Artikel kurz und knackig, wer die „Big-Player“ im eSport sind.

Die Spieleentwickler & Publisher

Die Spielentwickler sind praktisch die Pioniere der eSport Wettkämpfe. Vielfach haben die Publisher die ersten Turniere in den jeweiligen Spielen selbst ins Leben gerufen. Kein Wunder: Dass die Games bei den großen Turnieren vor einem Millionenpublikum gezockt werden, ist die perfekte Werbung. Zu den renommiertesten Publishern zählen:

Blizzard Entertainment

Der us-amerikanische Entwickler ist vor allem durch die Spiele „Starcraft“ und „Overwatch“ bekannt. Das Unternehmen wurde im Jahre 1991 gegründet. Mit der BlizzCon veranstaltet der Publisher zumeist jährlich eine eigene Computerspiel-Messe, bei der auch eSport Wettkämpfe ausgetragen werden.

Riot Games

Erst im Jahre 2006 in Kalifornien (USA) gegründet, legte das Entwicklerstudio eine schnelle Erfolgsgeschichte hin. Der Grund: „League of Legends“. Das Game aus dem Genre Multiplayer Online Battle Arena kam im Jahre 2009 auf den Markt und zählt seitdem zu den populärsten Spielen im eSport.

Valve Corporation

Kaum ein anderes Unternehmen hat die eSport Organisationen so sehr geprägt wie Valve. Zwei Jahre nach der Firmengründung in Washington (USA) kam mit „Half Life“ der erste Erfolgstitel auf den Markt. Später wurden mit „Counter-Strike: Global Offensive“ und „Dota 2“ weitere Spiele auf den Markt gebracht, die heute ein fester Bestandteil des eSports sind.

Electronic Arts

Mit einem Jahresumsatz von 4,8 Milliarden US-Dollar (Jahr 2017) zählt Electronic Arts zu den Marktführern der gesamten Software-Industrie. Ein Grund dafür sind die Sportspiele, die unter dem Label EA Sports erscheinen. Das Fußballspiel „FIFA“ zählt zu den populärsten Spielen weltweit und hat eSport Wettkämpfe in Deutschland mit populär gemacht. Auch andere Sportspiele wie „Madden NFL“ oder „NHL“ zählen zu den Top-Spielen.

Bluehole

Das südkoreanische Entwicklerstudio Bluehole wurde im Jahre 2007 gegründet. Zehn Jahre später erreichte das Unternehmen mit dem Erfolgstitel „PlayerUnknown’s Battlegrounds“ (kurz: PUBG) eine weltweite Popularität. Zu den weiteren Spielen dieses Unternehmens zählt zum Beispiel das Online-Rollenspiel „The Exiled Realm of Arborea.“

Weitere erfolgreiche Publisher
  • Activision
  • Microsoft Studios
  • Capcom
  • Psyonix
  • Hi-Rez Studios
  • Wargaming

eSport Wettkämpfe Veranstalter

Ausverkaufte Arenen, hohe Preisgelder, spannende Wettkämpfe: Die großen Turniere im eSport sind absolute Top-Events. Verschiedene Turnierveranstalter und Ligenbetreiber haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit spannenden eSport Wettkämpfen Millionen Fans in der ganzen Welt zu begeistern. Hier einige der wichtigsten Veranstalter in der Kurzvorstellung.

ESL

Die ESL, Abkürzung für Electronic Sports League, wurde im Jahre 2000 gegründet und gilt somit als die weltweit älteste Marke im eSport. Das Unternehmen veranstaltete bereits Turniere und Ligen in mehr als 50 Spielen. Zu den populärsten Events zählen die ESL Meisterschaft, die ESL One Series und die ESL Intel Extreme Masters.

Major League Gaming

Die MLG, so die Abkürzung, ist eine us-amerikanische eSport Liga und wurde im Jahre 2002 gegründet. Lag der Fokus zunächst auf den Konsolenspielen, so nahmen die Computerspiele über die Jahre eine steigende Bedeutung ein. Spiele wie „Call of Duty“ und „Overwatch“ stehen im Fokus.

Gfinity

Gfinity hat seinen Sitz im Vereinigten Königreich und kooperiert mit vielen Organisationen und Publishern wie EA Sports, der Formel 1, IndyCar, Activision Blizzard und Microsoft. Auf der eigenen Online-Plattform veranstaltet Gfinity Wettbewerbe auf dem Computer, der Playstation und der Xbox. Im Juni 2016 startete das FIFA 17 Futhead Turnier in Europa. 2017 wurde die Gfinity Elite Series mit Spielen wie „Counter-Strike: Global Offensive“, „Rocket League“ und „Street Fighter V“ ins Leben gerufen.

Übrigens sind nicht immer externe eSport Organisationen für die Austragung der eSport Wettkämpfe zuständig. Vielfach treten die Spielehersteller selbst als Wettkampfveranstalter innerhalb der eigenen Disziplin auf.

Sponsoren und Förderer von eSport Wettkämpfe

Vereine, Unternehmen und berühmte Persönlichkeiten investieren in den eSport, um eine junge Zielgruppe zu erreichen und mit ihnen im Kontakt zu stehen. Nicht zuletzt die Profi-Fußballvereine der 1. und 2. Bundesliga zählen zu den Unterstützern der eSport Wettkämpfe. 22 Vereine treten zum Beispiel in der Virtual Bundesliga gegeneinander an und ermitteln das beste Team in dem Videospiel „FIFA“. Zu den teilnehmenden Mannschaften zählen zum Beispiel der SV Werder Bremen, der Hamburger SV, RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach.

FC Schalke 04 – mehr als Fußball

Eine Vorreiterrolle im deutschen eSport nimmt der FC Schalke 04 ein. Die „Königsblauen“ gründeten im Mai 2016 eine eigene eSport-Abteilung und übernahmen das League-of-Legends-Team Elements. Kurz darauf wurde die Sparte mit den Fußballspielen „FIFA“ und „Pro Evolution Soccer“ erweitert.

Wir wollen durch das Engagement sowohl national als auch international neue Fans gewinnen und dafür ist eSports ein ideales Geschäftsfeld. Mit den USA und China gibt es zwei Märkte, in dem eSports noch populärer ist als hier. eSports kann uns dabei helfen, in diesen Märkten noch bekannter zu werden und unsere Popularität weiter zu steigern.Alexander Jobst, Marketing Vorstand des FC Schalke 04

Dass ein Bundesligaverein wie Schalke 04 nicht ausschließlich auf virtuellen Fußball setzt, sondern auch ein Strategiespiel der Marke „League of Legends“ im Portfolio hat, ist eine Besonderheit und unterstreicht die steigende Bedeutung des eSports. Gut möglich, dass viele andere Profivereine nachziehen werden. Fakt ist nämlich: Eine eSport Mannschaft kostet nur einen kleinen Bruchteil einer Fußballmannschaft und erreicht dennoch viele Fans in ganz Deutschland – teilweise sogar in ganz Europa.

Auch viele Unternehmen machen sich die Reichweite des eSport zunutze und treten bei Turnieren oder eSport Teams als Sponsoren auf. Red Bull, Twitch, Gamestop, HTC, Intel und Coca Cola sind nur einige von vielen Beispielen.

eSport Wettkämpfe von Promis gesponsort

Doch nicht nur Vereine und Unternehmen setzen auf den eSport. Berühmte Persönlichkeiten aus Sport, Film und Musik haben ebenfalls den elektronischen Sport für sich entdeckt.

Der ehemalige deutsche Fußball-Nationalspieler und Weltmeister Mesut Özil gründete im Jahre 2018 mit M10 ESPORTS seine eigene eSport-Mannschaft. Der Mittelfeldspieler hat nicht nur eine FIFA-Mannschaft, sondern auch ein Clan für das Actionspiel „Fortnite“ zusammengestellt.

Der deutsche Fußballtorwart Bernd Leno zog im Jahre 2019 nach. Leno eSports lautet der Name seiner FIFA-Mannschaft. Wie er als aktiver Fußballprofi auf die Idee kam, sich für den elektronischen Sport zu engagieren?

Ich habe einen Bekannten, der das Thema professionell betreibt, Spieler betreut. Er hat mich mal zum Spaß darauf angesprochen, ein Team zu gründen. Der Ansatz des Konzepts ist es, junge Menschen dort zu erreichen, wo ihre Interessen liegen und sie gleichzeitig auch zum Thema Bewegung zu animieren.“Bernd Leno, FC Arsenal

Ein weiterer deutschsprachiger Fußballspieler, der eine eigene eSport Mannschaft gegründet hat, ist Christian Fuchs. Der langjährige österreichische Nationalspieler mischt mit seinem Team „NoFuchsGiven“ bei eSport Wettkämpfen in dem Spiel „FIFA“ mit.

Zu den internationalen Fußballstars mit eSport Engagement zählen unter anderem Antoine Griezmann, Ronaldinho, Gerard Pique und Zlatan Ibrahimovic.

Die erfolgreichsten deutschen Streamer

Streamer zählen zu den größten Superstars im eSports. Teilweise schauen ihnen Millionen Fans zu, wenn sie ihre Spiele zocken und dabei auch Tipps geben. Drei der erfolgreichsten Streamer aus Deutschland sind:

MontanaBlack

Marcel Thomas Andreas „MontanaBlack“ Eris hat bei Twitch rund 2,5 Millionen Follower und zählt somit zu den erfolgreichsten Streamern der Welt. Er spielt unter anderem „Fortnite“ und „FIFA“ sowohl wie Slots.

Trymacs

Maximilian Alexander Curt „Trymacs“ Stemmler erreicht bei Twitch mehr als 1,3 Millionen Follower. Sein Lieblingsspiel ist „Fortnite“

Gronkh

Erik „Gronkh“ Range zählte bereits zu den erfolgreichsten YouTube-Stars und hat auch Twitch erobert. Mehr als 1,1 Millionen User folgen seinem Kanal. Eine Besonderheit: Er verlieh als Sprecher bereits mehreren Computerspiel-Figuren seine Stimme.

Die Fans und die reichhaltigen Medienangebote

Der eSport ist längst dem Nischendasein entflohen. „Die Zahl der eSports-Fans wächst so rasant, dass heute sogar eine Milliarde Menschen die Spiele und Events verfolgen“, verriet Alexander Jobst, der Marketing Vorstand des FC Schalke 04.

Die Anhänger des eSports verfolgen die Turniere oft sogar noch leidenschaftlicher als die Fans im realen Sport. Der Grund: Die meisten Zuschauer spielen die jeweiligen Spiele selber. Sie erleben die eSport Wettkämpfe intensiver, weil sie sich als aktiven Part der Szene betrachten. Fans genießen die Spiele nicht nur aufgrund der Spannung, sondern auch deshalb, weil sie sich Tricks von den Profis abschauen und diese selber im Spiel umsetzen.

Dass eSport in Deutschland vermehrt Fans gewinnt, liegt nicht zuletzt an dem umfangreichen Medienangebot. Selbst kicker-online, die reichweitenstärkste Sport-Webseite in Deutschland, hat eine eigene und sehr umfangreiche eSport-Rubik.

Eher an das Fachpublikum richtet sich die News-Seite esports.com. Die Redaktion berichtet über alle relevanten eSport Wettkämpfe und eSport Organisationen, legt den Fokus dabei vor allem auf die Spiele „League of Legends“, „Counter-Strike: Global Offensive“ und „Valorant“.

Sogar das deutsche Fernsehen ist auf den Erfolgszug des eSports aufgesprungen. Einmal die Woche läuft auf ProSieben MAXX das Fernsehmagazin „ran eSports – Professional Gaming Magazine“ – also praktisch eine „Sportschau“ für die eSportler.

Fazit: Der eSport Boom hält an

Kein Sport hat in den vergangenen Jahren so einen rasanten Aufstieg hingelegt wie der eSport. Alexander Jobst, der Marketing-Vorstand des FC Schalke 04, verriet in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“: „Die Zahl der eSports-Fans wächst so rasant, dass heute sogar eine Milliarde Menschen die Spiele und Events verfolgen.“

Kein Wunder also, dass rund um die eSport Wettkämpfe ein riesiger Wirtschaftszweig entstanden ist. Spieleentwickler, Vereine, Verbände und Sponsoren mischen kräftig darin mit. Auch der Wettmarkt hat auf den eSport Hype reagiert, sodass die Online-Buchmacher ein umfangreiches Wettangebot bieten.

Kurzum: Der eSport Boom dürfte noch lange anhalten.